Entwicklungsgeschichte des Studios "Indivara"

Bestimmt ist der Anfang immer gleich, einfach und traditionell:
bunte indische Filme, einmaliges Spiel der begabten Schauspieler,
orientalische Musik, exotische Kleidung…
Weiter aber entwickelt sich die Tradition nach seinem eigenen Weg,
der häufig Ernsthaftigkeit und Tiefe verlangt.

So geschah es auch in der Hauptstadt von Belarus – Minsk, wo alles mit dem Studio des indischen Tanzes "Sarasvati" anfing. Die Leiterin des Studios war Swetlana Barkun, eine Frau mit guten organisatorischen Fähigkeiten, deren Leidenschaft indische Kultur und die – was von großer Bedeutung für eine Tänzerin ist – sehr gut physisch vorbereitet war. Das Studium hatte mehrere Richtungen: indisches Filmtanzen, Aufführungen mit Elementen der Volks- und klassischen Choreographie. Man veranstaltete Studioabende, Feste und, natürlich, Aufführungen auf der Bühne. Nach zwei Jahren bekam Swetlana von Indischem Rat für Kulturbeziehungen ein Stipendium und fuhr nach Südindien, in die Stadt Madras, wo sich die berühmte Schule der Kunst Kalakschetra befindet, um den klassischen Tanz Bharata Natyam zu unterrichten.

Das Studio "Sarasvati" löste sich auf, aber die Gruppe setzte die Arbeit fort und existierte ein paar Jahre ohne irgendwie zu heissen. Dann entstanden zwei Richtungen den Interessen nach. Eine Richtung – der Volks- und Filmtanz, die andere – der klassische Tanz (Bharata Natyam).

Den klassischen Tanz bringt Lüdmila Khatulöwa bei, deren Lehrerin in professioneller Choreographie "Bharata Natyam" Milana Sewerskaja in der russischen Stadt Sankt Petersburg war. Milana studierte jahrelang in Moskau, im Studio "Nirmala", auch in Indien, in einer berühmten Akademie bei Madras Bharatakalandshali.

Nach einem Jahr fuhr Milana Sawerskaja in den Staat Kerala, um noch einen klassischen Styl – Mohiniattam - zu erlernen, und Lüdmila setzte ihre Ausbildung bei der Leiterin des Studios "Nirmala" Elatenyewaja Irina Borisowna, bei der Schülerin der berühmten Tänzerin des Bharata Natyams Nirmala Ramatschandran. Professionalismus und Kenntnisse der begabten Lehrerin ermöglichten eigene Entwicklung und Perfektion.

Das (und enorme Motivation) hielt die Gruppe zusammen. Ohne ihr Studium in der Abendschule des Traktorbetriebes zu Minsk abzuschließen, begann Lüdmila sich nur mit der Arbeit im Studio zu beschäftigen.

Während dessen arbeiteten auch die Darsteller des Film- und Volkstanzes an sich. Und der Schluss ist immer der gleiche – die Bewertung der Zuschauer – Aufführungen in Minsk und anderen belarussischen Städten, auch im Ausland.

1997 kamen Alöna Kireewa und Elena Hmelönok ins Studio, die damals noch Studentinnen der Belarussischen Staatlichen Universität waren. Ein paar Jahre später fingen Uljana Hatkewitsch, Elena Pehota und Tatjana Straschinskaja das Studium an. Einige von ihnen setzen ihr segenreiches Wirken im Studio und Aufführungen auf der Bühne auch heute fort.

Die Beschäftigung in anderen Gebieten des Lebens stört die Lehrlinge bei der eigenen Verwirklichung im indischen Tanz nicht, denn es entsteht gleichzeitig auch die Interesse an verschiedenen Zweigen der indischen Philosophie, Kultur und Kunst. Manchmal zeigen sich Talente auf ganz unerwarteten Ebenen.

2001 bekam Lüdmila Khatulöwa ein Stipendium und fuhr in die Hauptstadt von Indien – Dheli, um ihr Studium in einem Institut für indische klassische Musik und Tanz fortzusetzen. Dank der gemeinsamen und einmütigen Arbeit der Hauptmitglieder existiert das Studio weiter.

3 Jahre unterrichtete Alöna Kireewa, ein Mensch voll mit Strebung nach Erfolg wie beim Training, als auch auf der Bühne. Dank ihrem Verantwortungsgefühl und ihrer Gutherzigkeit zu anderen Menschen lockte Sie viele neue und einmalige Talente ins Studio. Im Sommer 2004 kehrte Lüdmila aus Indien zusammen mit neuen Kenntnissen und neuer Wahrnehmung des Tanzes zurück, deshalb setzte das Studio seine Arbeit mit neuen Kräften und Begeisterung fort.

Heute nimmt unsere Gruppe an zahlreichen Konzerten und Abenden, die der indischen Kunst gewidmet sind, auf der Bühne vom Palast der Kultur zu Minsker Traktorbetrieb, Haus der Freundschaft der Nationen, Lyzeum der Belarussischen Staatlichen Universität, Haus der Veteranen, an gemeinsamen Maßnahmen der Republik Belarus und der Botschaft zu Indien, an Konzerten und Festen für Einwohner der belarussischen Städten und Siedlungen – Dzershinsk, Gorodischtscha, Kunzewschtschina, Borowljani, Shdanowitschi, Molodetschno, Brest und Gomel teil.

Jede Aufführung des Konzertprogramms beginnt mit einer kleinen Erzählung, die den Zuschauer näher zur indischen Kultur, der hinduistischen Götter und einigen Seiten der indischen Philosophie bringen soll. Unter den Mitgliedern unserer Gruppe sind Diplomanten des russischen Wettbewerbs-Festivals des indischen klassischen und stilisierten Tanzes "Natya Anjali" (November 2002, Kazan, Tatarstan); Preisträger des Gebietswettbewerbs der Estradentänzen "Zwezdopad" (="Sternfall").

Die Arbeit des Studios des indischen Tanzes begrenzt sich nicht nur auf Aufführungen und alltägliches Trainings. Zu einer guten Tradition wurde die Veranstaltung der gemeinsamen Feiertage und Abende, die ermöglichen, dass die ganze Gruppe zusammentrifft, um in einer gemütlichen Atmosphäre sich zu unterhalten. Das ist auch eine gute Möglichkeit für die, die in naher Zukunft zum ersten Mal auf einer großen Bühne auftreten werden oder für die, die einen neuen Tanz aufführen möchten, sich auf einer Scheinbühne vor richtigen Zuschauer zu fühlen. Nach dem offiziellen Konzertteil folgt das Teetrinken, verschiedene Wettbewerbe und Disko für Kinder (natürlich mit indischer Musik).

Es bedarf einer Anmerkung, dass in letzten Jahren unser Kollektiv nicht nur mehr gleichstrebend und einmütig geworden ist, sondern vertieft und verbreitet auch seine Interessen. So, zum Beispiel, im Sommer 2006 fanden Master-Klassen in indischer Kampfkunst Kalari Payattu und Hatha Yoga statt. Viele Mitglieder des Kollektivs begannen erfolgreich ihre Solokarriere: Anna Baranowskaja bringt regelmäßige Aufführungen und ihr Studium in der Medizinischen Universität unter einen Hut; Margarita Pugatschowa nahm zwei Mal an Wettbewerben-Festivals für indischen Tanz in Moskau und Sankt Petersburg erfolgreich teil; Christina Onufrejtschik macht ihr Studium nicht nur in unserem Studio für indischen Tanz, sondern auch in der College für Choreographie und in Februar 2007 wurde unser Rechenschaftskonzert durch Aufführungen aus dem Ballett reicher. Die Zuschauer waren von diesem einmaligen Versuch begeistert – das klassische russische Ballett und der südindische klassische Stil Bharata Natyam im Rahmen einer Theateraufführung! Diese ungewöhnliche Idee entstand bei unserer Leiterin Lüdmila Khatulöwa, die sie dann verwirklicht hat.

Lüdmila, ein kreativer Mensch, macht unser Training reicher und einmaliger, lässt uns mit dem Erreichten nicht zufrieden sein und ruft nach neuen Horizonten :)